Hinter die Kulissen geguckt; die Jagd nach Erfolg und dessen Antithese.

 

Wenn man durch eine Krankheit geschwächt ist, kann man nicht in vollem Mass so funktionieren, wie es von der Welt erwartet wird.

Bin ich gesund und fit, nerven Abläufe, Anfragen, Bürokratie, Verpflichtungen, Haushalt etc. etc. auch, aber es ist bewältigbar. Ist man krank, läuft einfach alles auf und das ist noch viel unerträglicher.

Wenn man will, aber nicht kann. Und dann das Meiste absagen muss oder gar nicht erst dazu kommt. Die Leute nehmen es einem übel, wenn man nicht so funktioniert, wie gewohnt. Sie sagen das nicht, aber ich spüre es. Es gibt wenige, die es akzeptieren, aber eben, sind die nie krank ? Dann haben die wirklich Glück !

Das wiederum verstärkt die körperliche Schwächung und die Genesung wird umso schwieriger. Um gewisse Dinge kommt man nämlich auch im kranken Zustand nicht herum.

Die Natur bringt kranke Individuen oft gleich nach der Geburt um die Ecke. Evolution ? Der Horror. Nur die Besten überleben, aber ich frage mich, für welches Gesamtziel ? Vielleicht für einen riesengrossen, hyperintelligenten Monstertintenfisch, der, nach dem er den ganzen Rest an irdischer Lebensmasse weggefressen hat, einsam dahinvegetiert ?

Er wäre absolute Gewinner ! Schön, doch gebracht hat es ihm nichts, da er von hier nicht mehr wegkommt…

Ausser… Es kommen Aliens und holen ihn mit einem passenden Raumschiff ab. Und auch die Zeit für diese Aktion muss ja perfekt stimmen. Kommen die Aliens auch nur ein bisschen zu spät, ist Herr Tinti bereits Matsch. 😎

Folgendes ist jetzt nicht eine meiner eigenen Theorien, nein, das wurde vor einiger Zeit mal wissenschaftlich unter die Lupe genommen und zwar:

Vieles im Leben hat nichts mit Können oder Talent zu tun, sondern ist schlicht und einfach Glück. Erfolgreiche Menschen; hat man durch gezielte Befragungen festgestellt; neigen sehr oft dazu, Faktoren, die zu ihrem eigenen Werdegang bedeutend beigetragen haben, zu verneinen und ihren ganzen Erfolg sich selbst und den eigenen Talenten zuzuschreiben. Also so etwas wie eine narzisstische Logikverzerrung und alle Versuche den Betreffenden darauf aufmerksam zu machen, scheiterten daran, dass derjenige seine Fassung verlor und die Befragung sofort abgebrochen hat.

Es hat also schon was, mit „Erfolg macht blind“ und die sprichwörtliche Arroganz zeigt sich auch in dem Verhalten, in so einer Position abschätzig auf „vermeintlich schwächere“ Individuen herabzublicken, oder noch schlimmer, sie zu verurteilen.

Wer Erfolg hat, in seinem Verhalten aber bodenständig geblieben ist, der kann sich wirklich glücklich schätzen. Falls ich mal Erfolg haben sollte, hoffe ich schwer, nicht abzuheben. Mir könnte das ja genau so passieren oder auch nicht, weiss man erst, wenn man in diese Lage kommt.

Vielleicht ist es auch eine Art Glück, wenn man diesen Erfolg gar nie hat. 😂😂😂

Will man ihn haben ? Hmm… Inzwischen sehe ich den wichtigsten Vorteil darin, finanziell komplett unabhängig zu sein. Das ist schon ein echter Vorteil, aber Ruhm und Ehre sind etwas, was vielleicht ein bisschen Bestätigung gibt, aber gleichzeitig macht es mir irgendwie Angst, den überhaupt je zu erreichen, weil ich gar keine Lust dazu habe, noch mehr Menschen gerecht zu werden, als ich das heute schon muss.

Das Geld, ein paar Menschen glücklich zu sehen und hauptsächlich mir selbst eine Freude gemacht zu haben, müsste genügen, die Öffentlichkeit ist für introvertierte Menschen ohnehin schwer zu ertragen. Daran sind schlussendlich nicht wenige Künstler der Vergangenheit zerbrochen. So etwas ist also immer auch eine Gratwanderung, noch viel schwerer, als eine Gratwanderung in der Bedeutungslosigkeit.

Und gerade die jüngere Generation, welche mit all dem Social-Media-Ruhm tagtäglich beschäftigt ist und versucht diesen „Erfolgen“ mit grossem Eifer nachzujagen, die tut mir leid.

Mit selbstgebautem Fallschirm von einem 43-Meter-Gebäude springen, wenn die Mindesthöhe für einen solchen Sprung 70 Meter beträgt, das aber mit einem intakten Fallschirm, seine Eltern unten stehen und dazu ahnungslos klatschen, hart zu ertragen, das Ergebnis kann man sich vorstellen. Oder Selfie-Knipsen am äussersten Rand einer Bergspitze und dann ausrutschen, die Jagd nach Ruhm kennt keine Vernunft mehr.

Und das die Eltern jener Tragischen selbst meist nicht reifer sind, bedenklich. Unsere „globale ökonomische Wettbewerbsphilosophie“ unterstützt solchen Blödsinn leider noch, wenn es schief geht, kann man ja drüber lachen. Das ist aber nicht zum lachen, eher zum weinen. Vorallem für jene, die zurückbleiben und dann die Folgen eines solchen Disasters zum tragen haben.

Wettbewerb mit Mass. Ok, aber das ? Ich weiss nicht, vielleicht verstehe ich diese Welt nie.

J.

 

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9 Gedanken zu “Hinter die Kulissen geguckt; die Jagd nach Erfolg und dessen Antithese.”

  1. Wenn am Ende alles oben stünde, wäre unten alles leer und niemand mehr da.
    Oben tummeln sich all die Alphatiere. Achherje, da gäbe es noch mehr Krach, denn jeder will noch besser sein, und dann bekriegen die sich. Jou, dann blieb tatsächlich der dicke Tintenfisch am Ende übrig. 😂
    Wer oben steht, ist dem Druck mehr ausgeliefert. Diese erwarten auch von Untenstehenden mehr, weil man von sich überzeugt ist und meint, man habe es ja auch geschafft. Pffff…ich bin so wie ich bin, ich mach nur das, was ich kann. Was ich nicht kann, mach ich nicht. So!
    Ich bleib hier unten und hab meine Ruh. 😁

    Gefällt 4 Personen

    1. Dem kann ich nur zustimmen ! 😀 Schön wär’s, eine Welt, in der es jeder schaffen könnte. Da ist es wieder, diese Choreographie, alles vorbestimmt. Irgendeine Macht will, dass es immer so rauskommt und wir in Sinnlosigkeit verharren, sonst wären die Bemühungen, sein Leben selbstbestimmt zu leben ja erfolgreich und alle glücklich. Nur funkt da immer was rein, was einem die Stimmung versaut, jeden Tag etwas, es nervt unendlich. Desto älter man wird, desto mehr fällt einem das auf. *stöhn*

      Schöne Weihnachten Corona ! 🙂

      Gefällt 1 Person

  2. Schlimm diese Erfolgsjagd. Ich kann dir da nur zustimmen. Irgendwie ist das doch alles verrückt. Dieser Planet wird mir immer fremder. Aber gut, dass es noch ein paar andere gibt, die anders ticken. 🙂
    Gute Besserung für dich gesundheitlich und lass dich nicht hetzen oder unter Druck setzen. Wie heißt es so schön: in der Ruhe liegt die Kraft.
    Liebe Grüße Ariana 💫

    Gefällt 3 Personen

    1. Ja, es ist einfach nur komplett nervig. Die Leute reden vom selbstbestimmtem Leben, aber schlussendlich läuft trotzdem alles immer gleich und egal was man macht, irgend etwas Unbekanntes kontrolliert Uns gegen unseren Willen. Und wenn man diese Sklaverei ablehnt wird man zum Mönch, weil einem nichts anderes übrig bleibt. Grenzenlos unfair !!!

      Danke Ariana, ja, wie es der Mönch macht, ruhig bleiben und meditieren 🙂

      Schöne Weihnachten ! 😀
      Joe

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  3. Ein ewiger Kreislauf des Lebens kann auch der Drang zu Erfolg sein… den man auch unterbrechen kann, wenn es besser für einen ist denke ich.
    Erfolgserlebnisse tun gut und polieren etwas das eigene Ego. Aber Erfolg um jeden Preis, muss ich ganz bestimmt nicht haben und würde mir nur schaden.
    Liebe Grüße von Hanne und hab noch einen richtig schönen Tag 🍀

    Gefällt 2 Personen

    1. Ewiger Kreislauf 🙂 Und auch wenn man längst keine Lust mehr hat da mitzumachen, bleibt einem einfach nichts anderes übrig. Man wird immer mehr zu einer Art „Mönch“. Fast jeden Tag kommt wieder etwas, was einem die Laune verdirbt und das will ja niemand.

      Hoffe, dass das alles doch zu etwas gut ist, auch wenn mir der Sinn davon bis heute noch nicht bewusst ist. 🙂

      Danke, schöne Weihnachten Hanne !!! 😀 🌞🍀☯️

      Gefällt 1 Person

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